Was wird aus dem Pingussonbau?

Die AFD-Fraktion im Saarländischen Landtag sieht in dem Pingussonbau – ehemals französische Botschaft im Saarland – ein Denkmal von herausragender städtebaulicher und architekturgeschichtlicher Bedeutung. Das von dem Corbusier- Freund Pingusson entworfene Gebäude ist auch ein einzigartiges Beispiel der Architektur der modernen Sachlichkeit in den 50iger Jahren, worum uns viele Kulturstädte beneiden.

Deshalb ist die Untätigkeit der Landesregierung, die zu einem langsamen Verfall des Gebäudes führt, unverantwortlich, ganz abgesehen von monatlichen Unterhaltungskosten von 8.ooo € für ein leerstehendes Gebäude.

Zu der vielbeschworenen „Frankreichstrategie“ sollte gehören, dass die frühere französische Botschaft als historisch bedeutendes Gebäude erhalten bleibt. Die AFD-Fraktion erteilt jeglicher Abrissdiskussion eine Absage. Das Gebäude ist ohne Wenn und Aber zu erhalten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Ein Rückzug des Kultusministeriums nach einer umfassenden und teuren Renovierung ist unrealistisch und wird der Bedeutung des Gebäudes nicht gerecht. Reine Bürogebäude können an anderer Stelle zeitgerechter und günstiger erstellt werden.

Im Umgang mit zeitgeschichtlichen Denkmälern zeichnete sich das Saarland in der Vergangenheit nicht gerade vorbildlich aus. Exemplarisch sei nur an die Frevel um die Bergwerksdirektion erinnert. Der Umgang mit dem historischen Erbe und der Industriekultur ist – abgesehen vom Weltkulturerbe Völklinger Hütte – provinziell. Die Bedeutung für den Tourismus wurde bisher völlig unterschätzt.

Die Förderung und Verwaltung des industriellen Erbes in Verbindung mit Tourismus müsste im Saarland erfolgreicher organisiert werden. Der Pingussonbau wäre der ideale Ort dafür! Auch sollten Bürger, Künstler und kreative Szene stärker in die Überlegungen über Zukunft des Gebäudes einbezogen werden.

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