Das Saarland muss mit Luxemburg enger kooperieren. Sinn der „Frankreichstrategie“ hinterfragen.

Die Einwohnerzahl Luxemburgs wird sich bis 2060 verdoppeln. Die Wirtschaft nimmt rasant an Fahrt auf. Nicht nur der Bankenplatz Luxemburg ist ursächlich dafür. Neue Geschäftsfelder werden erschlossen über Digitalisierung und Wissenschaftsbereiche. Menschen etlicher Nationalitäten finden sichere und gutbezahlte Arbeitsstellen. Aufgrund der fortschreitenden Internationalität wird Englisch die führende Sprache in Luxemburg. Die räumliche Enge Luxemburgs wird diesen Expansionsprozess erlahmen lassen, wenn strategisch nicht gegengesteuert wird unter Einbeziehung der Nachbarregionen.

Und hierin liegt eine große Chance des Saarlandes, das mit einem dramatischen Bevölkerungsrückgang und schrumpfenden Dörfern rechnen muss.

Anstatt auf eine „Frankreichstrategie“ zu setzen, sollte die Landesregierung eine enge Kooperation in wirtschaftlicher und kultureller Sicht mit Luxemburg anstreben. Kooperationen der Hochschulen, Flughäfen und dergleichen wären für das Saarland von Nutzen. Aufgrund des großen Wohnungsbedarfs in Luxemburg bieten sich für den ländlichen Bereich im Saarland einmalige Chancen.
Um diese Chancen realisieren zu können, muss eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden. Nach unserer Auffassung gehört hierzu der Bau einer Schienenschnellverbindung von Saarbrücken über das Saartal nach Luxemburg-Stadt.

Die Landesregierung ist gefordert zur Realisierung dieses Projekts Verhandlungen mit der Regierung in Luxemburg zu führen und entsprechende Planungen voranzutreiben.

Der Sinn der „Frankreichstrategie“ ist zu hinterfragen. Sie stellt für das Saarland nichts anderes als eine Einbahnstraße dar. Der Nutzen für das Saarland ist unzureichend. 18.ooo französische Grenzgänger tragen nicht unerheblich für das Überleben einer strukturschwachen Region in Frankreich bei. Demgegenüber werden saarländische Interessen im grenznahen Bereich unzureichend berücksichtigt.

Die Landesregierung nimmt ihre „Frankreichstrategie“ offenbar selbst nicht so ernst. Nur so ist es zu verstehen, dass noch immer eines der bedeutendsten Bauwerke aus französischer Zeit (Pingussonbau) in Frage gestellt wird und keiner der „Frankreichstrategie“ passenden Nutzung zugeführt wird.
Die Landesregierung sollte die für die „Frankreichstrategie“ vorgesehen Mittel für eine optimale Schienenschnellverbindung nach Luxemburg verwenden.

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