Cytotec-Einsatz bei Geburten

LANDTAG DES SAARLANDES
16. Wahlperiode Drucksache 16/1217
13.02.2020

A N F R A G E
des Abgeordneten Rudolf Müller (AfD)
betr.: Cytotec-Einsatz bei Geburten

Das Medikament Cytotec kommt in Geburtskliniken in Deutschland zum Einsatz, um eine Geburt einzuleiten. Laut dem saarländischen Hebammenverband ist dies auch im Saarland der Fall. Hierbei ist das Medikament Medienberichten zufolge aber zu diesem Zweck gar nicht zugelassen. Es können gefährliche Nebenwirkungen wie Wehenstürme eintreten (schnell aufeinanderfolgende Wehen mit der Gefahr von Sauerstoffmangel für das Kind), ebenso besteht die Gefahr eines Gebärmutterrisses. Danach kam es bereits zu mehreren Todesfällen, die wegen Komplikationen nach der Einnahme von Cytotec auftraten. Als Begründung für die Anwendung des Medikaments führt der saarländische Hebammenverband an, der Einsatz geschehe aus Kostengründen, Cytotec-Tabletten seien günstiger als z.B. das Prostaglandine-Gel.

Ich frage die Regierung des Saarlandes:
1. Ist der Regierung bekannt, dass Cytotec auch im Saarland zur Geburtseinleitung eingesetzt wird? Wenn ja, wie lange schon?
2. Ist der Regierung bekannt, dass das Medikament für diesen Zweck gar nicht zugelassen ist? Wenn ja, wie lange schon?
3. Wie schätzt die Regierung die Risiken des Einsatzes von Cytotec im Saarland als „Geburtshelfer“ ein?
4. Erfolgt an saarländischen Geburtskliniken eine ausreichende Aufklärung darüber, dass die Wahrscheinlichkeit einer Überstimulation der Gebärmutter und damit eines Wehensturms mit Cytotec höher ist, als bei anderen Mitteln der Geburtseinleitung?
5. Kam es im Saarland bei Geburten bereits zu Komplikationen oder Todesfällen, die auf den Einsatz von Cytotec zurückzuführen sind?
6. Gedenkt die Regierung Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von Cytotec als Mittel zur Geburtseinleitung im Saarland zu verhindern?

Ausgegeben: 14.02.2020

Download im PDF-Format: https://www.landtag-saar.de/file.ashx?FileId=12959&FileName=Af16_1217.pdf

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